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Abendmahl

"So wie unser Leib durch Brot und Wein gestärkt wird, so stärken die Zeichen des Abendmahls, Leib und Blut Christi, unsere Seele. Diese Nahrung für die Seele gibt uns Kraft, unsere Pflicht zu tun, und bringt uns weiter auf dem Weg zur Vollkommenheit."

John Wesley (1703 - 1791)

Mittwoch 20. März 2019 14:18Alter: 97 days
/ Kategorie: Europa

Zum Tod des ehemaligen Bischofs Armin Härtel

Am 14. März 2019 verstarb Armin Härtel im Alter von 90 Jahren. Der in Chemnitz im Ruhestand lebende Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche war während 16 Jahren Bischof in der damaligen DDR.

Armin Härtel (4. Juni 1928 bis 14. März 2019)

Die Kirche steht unter der Herrschaft Christi 

«Wir waren damals zwar ‘Kirche im sozialistischen Staat’», beschrieb Armin Härtel in einem Interview anlässlich seines 80. Geburtstags im Jahr 2008 seine Zeit als Bischof für die damalige DDR. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit habe er aber betont, dass die Kirche unter der Herrschaft Christi stehe. Deshalb könne sie «nicht ‘Kirche des sozialistischen Staates’ sein». Dieser konsequente und kraftvolle Glaube zieht sich durch Härtels Leben schon als Prägung von Kindheitstagen an.

 

Pastor im Erzgebirge und Bischof in der DDR 

In einem von ihm selbst verfassten Lebenslauf beschrieb Härtel, wie sein Leben schon von Geburt an mit Gemeinde und Kirche verbunden gewesen sei. Als ältestes Kind seiner Familie sei er im erzgebirgischen Bernsbach geboren worden und aufgewachsen, und dort sei er auch in der Sigristenwohnung der Kreuzkapelle zuhause gewesen. Zum Ende seiner Schulzeit war er im letzten Kriegsjahr noch zum Reichsarbeitsdienst nach Polen eingezogen worden. Nach Kriegsende legte er sein Not-Abitur ab und arbeitete für eine Zeit als Prüfungsgehilfe bei einem Bücherrevisor. In jener Zeit wurde ihm der Pastor seiner Heimatgemeinde zum «Dolmetscher», um seine Berufung für den pastoralen Dienst zu verstehen, den er 1946 mit einem Praktikum begann. Nach dem dreijährigen Theologiestudium in Frankfurt am Main erhält er 1951 seine erste Dienstzuweisung als Pastor im sächsischen Grossenhain. Nach weiteren «Stationen» in den Erzgebirgsorten Grünhain und Schönheide war er von 1968 an für zwei Jahre Superintendent für den Distrikt Dresden. Bis 1970 war die Ostdeutsche Konferenz der EMK von einem Bischof aus der Bundesrepublik Deutschland geleitet worden. Die politischen Verhältnisse jener Zeit führten 1970 aber dazu, dass die Ostdeutsche Konferenz eine eigene Zentralkonferenz Deutsche Demokratische Republik bilden musste. Als Bischof für diese neue Zentralkonferenz wurde Armin Härtel im Juni 1970 gewählt. Dieses Amt bekleidete Härtel 16 Jahre lang. Wegen einer schweren Erkrankung seiner Ehefrau trat er 1986 vom Bischofsamt zurück. Bis zum Eintritt in den Ruhestand versah er sechs Jahre lang den Pastorendienst in der Chemnitzer Erlöserkirche. 

 

Die Jährliche Konferenz als «Theologisches Forum»

Während seiner Zeit als Bischof sah Armin Härtel seine Aufgabe darin, «die Kirche ‘über den Winter zu bringen’ und dabei dem Herrn zu folgen». Innerhalb seines Bischofsgebietes entdeckte er im Leben der Kirche «eine Reihe von Spannungen, darunter ‘die Spannung von Theologie und Gemeindefrömmigkeit’», wie es in der Festschrift anlässlich seines 80. Geburtstags heisst. Seine Diagnose hat bis in die heutige Praxis der Jahrestagungen der Ostdeutschen Konferenz Auswirkungen: Die für die Ostdeutsche Jährliche Konferenz typischen «Theologischen Referate» sind eine direkte Folge davon. 

 

Einer, den auch die Gottlosen achten

In seinem Bischofsamt legte Armin Härtel Wert auf ökumenische Kontakte im In- und Ausland und wurde zu einem geachteten Partner sowohl in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der DDR als auch in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen und europaweit in der Konferenz Europäischer Kirchen. Mutig, standfest und offen begegnete er auch den staatlichen Dienststellen und Behörden in der DDR. Diese mutige Selbstverständlichkeit zeigt sich auch in einer Interviewpassage anlässlich seines 80. Geburtstags im deutschen Kirchenmagazin «Unterwegs». Auf die Frage, wie er als Gemeindepastor in Chemnitz die aufkeimende Friedliche Revolution 1989 erlebte, redet er von Demonstrationen, «an denen ich natürlich teilgenommen habe». Obwohl noch gar nicht ersichtlich war, dass der Widerstand erfolgreich sein könnte, war er selbstverständlich dabei. Härtels im Jahr 2017 verstorbener Nachfolger im Amt, Rüdiger Minor, beschrieb die von ihm an vielen Stellen aufgefundenen Spuren seines Vorgängers mit einem Zitat des frühchristlichen Theologen Ignatius von Antiochien: «Ihn achten, glaube ich, auch die Gottlosen.»

 

Quelle: Pastor Klaus Ulrich Ruof, www.emk.de


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